Maschinenverfügbarkeit verbessern: Wie moderne Instandhaltung Ausfälle reduziert

Beitrag von Alexander Harder

Leiter Business Unit MES

Veröffentlicht: 24. Juni 2026

Das Wichtigste in Kürze

Ungeplante Stillstände zählen zu den größten Kostenfaktoren in der Produktion. Moderne Instandhaltung hilft dabei, Ausfälle frühzeitig zu erkennen, die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen und Wartungsentscheidungen auf Basis aktueller Daten zu treffen.

 

Warum sind ungeplante Stillstände so teuer?

Ungeplante Stillstände beeinträchtigen nicht nur die Produktivität, sondern verursachen häufig Lieferverzögerungen, OEE-Verluste und zusätzliche Wartungskosten.

Maschinenstillstände gehören in vielen Unternehmen noch immer zum Alltag. Häufig werden sie als unvermeidbar betrachtet – solange sie nicht zu oft auftreten oder die Produktion nicht vollständig zum Erliegen bringen.

Tatsächlich sind die Auswirkungen deutlich größer, als es auf den ersten Blick sichtbar erscheint. Jeder ungeplante Stillstand beeinflusst die Lieferfähigkeit, die Auslastung von Anlagen und Mitarbeitenden sowie die Stabilität der gesamten Produktion. Verzögerungen an einer Schlüsselanlage können schnell zu Engpässen in nachgelagerten Prozessen führen. Hinzu kommen Qualitätsverluste, zusätzliche Wartungsaufwände und eine sinkende Gesamtanlageneffektivität (OEE).

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Teure Folgen ungeplanter Stillstände

  • Produktionsausfälle
  • Lieferverzögerungen
  • OEE-Verluste
  • Höhere Wartungskosten
  • Engpässe in der Fertigung
  • Sinkende Anlagenverfügbarkeit

 

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Warum stößt reaktive Instandhaltung an Grenzen? 

Reaktive Instandhaltung stößt an Grenzen, weil Probleme erst dann bearbeitet werden, wenn bereits ein Ausfall oder eine Störung eingetreten ist. 

In vielen Unternehmen werden Wartungsmaßnahmen noch immer kurzfristig ausgelöst. Fällt eine Anlage aus, beginnt die Suche nach Ursachen, Dokumentationen oder verfügbaren Fachkräften. Wertvolle Produktionszeit geht verloren. 

Gleichzeitig steckt das notwendige Wissen häufig in den Köpfen einzelner Mitarbeitender. Fällt dieses Erfahrungswissen weg oder steht nicht unmittelbar zur Verfügung, verlängern sich Reaktionszeiten und Fehler werden wiederholt. 

Reaktive Instandhaltung sorgt daher oft für einen hohen Ressourcenaufwand und erschwert eine planbare Produktion. 

Was muss moderne Instandhaltung heute leisten? 

Moderne Instandhaltung muss Probleme frühzeitig erkennen, schnelle Reaktionen ermöglichen und fundierte Entscheidungen unterstützen.

Die Anforderungen an die Instandhaltung haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Es reicht nicht mehr aus, Anlagen lediglich zu reparieren. Vielmehr wird erwartet, dass Instandhaltung aktiv zur Stabilität und Leistungsfähigkeit der Produktion beiträgt.

Dafür müssen relevante Informationen jederzeit verfügbar sein. Störungen sollten frühzeitig erkannt, Wartungsmaßnahmen geplant und Entscheidungen auf Basis aktueller Daten getroffen werden können.

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Moderne Instandhaltung verfolgt drei zentrale Ziele: 

  • Früher erkennen
  • Schneller reagieren
  • Besser entscheiden

 

Welche Kennzahlen braucht moderne Instandhaltung? 

Kennzahlen wie MTTR, MTBF und Anlagenverfügbarkeit helfen Unternehmen dabei, die Leistungsfähigkeit ihrer Instandhaltung objektiv zu bewerten und gezielt zu verbessern.

Ohne belastbare Kennzahlen bleibt die Bewertung von Wartungsmaßnahmen häufig subjektiv. Erst durch messbare Daten lassen sich Schwachstellen erkennen und Verbesserungen nachweisen.

Instandhaltungs-Kennzahlen

MTTR – Mean Time To Repair

Die MTTR beschreibt die durchschnittliche Zeit, die benötigt wird, um eine Anlage nach einem Ausfall wieder betriebsbereit zu machen. Je niedriger dieser Wert ist, desto schneller können Störungen behoben werden.

MTBF – Mean Time Between Failures

Die MTBF misst die durchschnittliche Betriebsdauer zwischen zwei Ausfällen. Je höher dieser Wert ausfällt, desto zuverlässiger arbeitet eine Anlage.

Anlagenverfügbarkeit

Die Anlagenverfügbarkeit zeigt, wie zuverlässig Produktionsanlagen tatsächlich genutzt werden können und gehört zu den wichtigsten Kennzahlen für eine stabile Fertigung.

 

Produktionsprozesse transparent überwachen

Moderne Fertigungssteuerung mit MES: Was erfolgreiche Projekte anders machen

Warum sollten Produktions- und Instandhaltungsdaten zusammengeführt werden? 

Die Zusammenführung von Produktions- und Instandhaltungsdaten schafft Transparenz über Zusammenhänge, Ursachen und Verbesserungspotenziale.

Viele Unternehmen betrachten Produktionssteuerung und Instandhaltung noch immer getrennt voneinander. Dabei entstehen die wertvollsten Erkenntnisse häufig erst durch die Verbindung beider Bereiche. Produktionsdaten zeigen, wann und unter welchen Bedingungen Anlagen betrieben werden. Instandhaltungsdaten liefern Informationen zu Störungen, Wartungsmaßnahmen und Ausfallursachen. Wer beide Datenquellen zusammenführt, erkennt Zusammenhänge schneller, verbessert die Planung und erhöht die Anlagenverfügbarkeit. Zugleich bietet sich damit die Grundlage für Predictive Maintenance.

 

Wie ERP, MES und Shopfloor zusammenarbeiten

MES und ERP – Warum moderne Produktion beide Systeme braucht

Wie wird aus Wartung eine intelligente Instandhaltung? 

Intelligente Instandhaltung entsteht durch die Kombination von digitalen Prozessen, strukturiertem Wissen und präventiven Wartungsstrategien.

Wartungspläne, Dokumentationen, Arbeitsanweisungen und Anlagenhistorien müssen heute nicht mehr in Papierordnern oder lokalen Dateien verwaltet werden. Stattdessen stehen relevante Informationen zentral und jederzeit verfügbar bereit. Dadurch werden Prozesse standardisiert, Erfahrungswissen dauerhaft gesichert und Wartungsmaßnahmen besser planbar. Gleichzeitig gewinnen Unternehmen die Möglichkeit, präventive Wartungsstrategien systematisch umzusetzen und ungeplante Eingriffe in den Produktionsablauf zu reduzieren.

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Typische Bestandteile moderner Instandhaltung  

  • Digitale Wartungspläne
  • Anlagenhistorien
  • Dokumentenmanagement
  • Ersatzteilverwaltung
  • Ticket- und Auftragsmanagement
  • Präventive Wartungsstrategien

 

Wie unterstützt KI die Instandhaltung? 

KI unterstützt Instandhaltungsteams dabei, relevantes Wissen schneller zu finden, Zusammenhänge zu erkennen und Entscheidungen besser vorzubereiten.

Dabei geht es nicht darum, Fachkräfte zu ersetzen. Vielmehr helfen KI-basierte Assistenzsysteme dabei, vorhandenes Wissen schneller verfügbar zu machen und den Zugriff auf Dokumentationen, Wartungsanleitungen, Anlagenhistorien und Erfahrungswerte zu vereinfachen. Mitarbeitende erhalten dadurch schneller die Informationen, die sie für Diagnose, Fehlersuche und Wartungsentscheidungen benötigen. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gewinnt dieser schnelle Wissenszugang zunehmend an Bedeutung.

 

Instandhaltung mit KI-Assistenzsystem im MES

 Wartungswissen schneller finden

Fazit

Moderne Instandhaltung trägt entscheidend dazu bei, Produktionsausfälle zu reduzieren und die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig zu erhöhen.

Entscheidend sind dabei nicht nur Wartungsmaßnahmen, sondern vor allem die intelligente Nutzung von Daten. Wer Produktions- und Instandhaltungsinformationen zusammenführt, Kennzahlen systematisch nutzt und Wissen digital verfügbar macht, schafft die Grundlage für eine stabile und leistungsfähige Produktion.

Digitale Instandhaltung wird damit zu einem wichtigen Baustein des vernetzten Digital Shopfloors – und zu einem entscheidenden Faktor für eine stabile, produktive und zukunftsfähige Fertigung.


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Noch Fragen?

Andere fragten sich..
  • Moderne Instandhaltung verbindet Wartungsprozesse mit digitalen Daten, strukturierten Abläufen und transparenten Kennzahlen. Ziel ist es, Ausfälle frühzeitig zu erkennen und die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen.
  • Reaktive Instandhaltung reagiert auf bereits eingetretene Störungen. Präventive Instandhaltung versucht, Ausfälle durch geplante Maßnahmen frühzeitig zu vermeiden.
  • Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören MTTR, MTBF und die Anlagenverfügbarkeit. Sie helfen dabei, die Leistungsfähigkeit von Anlagen objektiv zu bewerten.
  • Durch die Kombination aus präventiven Wartungsmaßnahmen, transparenten Kennzahlen und aktuellen Produktionsdaten können Probleme frühzeitig erkannt und ungeplante Ausfälle reduziert werden.
  • KI hilft dabei, Dokumentationen, Erfahrungswissen und Anlageninformationen schneller verfügbar zu machen. Dadurch können Mitarbeitende Probleme effizienter analysieren und fundiertere Entscheidungen treffen.

Weitere Infos? Dann schreib uns eine E-Mail!

 

Alexander Harder

Leiter Business Unit MES

Alexander Harder verantwortet als Leiter der Business Unit MES die Weiterentwicklung der produktionsnahen Systeme von Böhme & Weihs. Seit 2017 unterstützt er Unternehmen bei der Analyse, Planung und Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategie – basierend auf langjähriger Erfahrung aus zahlreichen MES-Projekten sowie aus leitenden Tätigkeiten in produzierenden Betrieben. Sein Fokus liegt auf effizienten, durchgängigen und modernen Fertigungsprozessen.