Wie behalten Qualitätsleiter hunderte SPC-Merkmale im Blick?

Beitrag von Guido Goldammer

Leiter Neukunden-Vertrieb (CAQ)

Veröffentlicht: 26. Juni 2026

 

Zusammenfassung

Statistische Prozessregelung (SPC) liefert wichtige Informationen über die Stabilität und Fähigkeit von Fertigungsprozessen. Mit steigender Anzahl an Prüfplänen, Qualitätsmerkmalen, Maschinen und Aufträgen wächst jedoch die Herausforderung, kritische Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. Dieser Beitrag zeigt, warum die manuelle Auswertung einzelner Regelkarten zunehmend an Grenzen stößt und wie eine automatische Prozessanalyse dabei unterstützt, Qualitätsdaten zu verdichten, Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und gezielt zu handeln.


Warum wird die Auswertung von SPC-Daten immer anspruchsvoller? 

Die Auswertung von SPC-Daten wird immer anspruchsvoller, weil moderne Fertigungen eine Vielzahl von Prozessen, Maschinen, Werkzeugen und Qualitätsmerkmalen gleichzeitig überwachen müssen.

Statistische Prozessregelung gehört heute in vielen Unternehmen zum Standard. Regelkarten, Fähigkeitskennzahlen und Qualitätsanalysen liefern wertvolle Informationen über die Stabilität von Fertigungsprozessen.

Mit zunehmender Digitalisierung wächst jedoch auch die Datenmenge:

  • zahlreiche Prüfpläne
  • hunderte Qualitätsmerkmale
  • unterschiedliche Maschinen und Werkzeuge
  • verschiedene Aufträge und Chargen

Die Herausforderung besteht daher häufig nicht darin, Daten zu erfassen. Sie besteht darin, die relevanten Informationen rechtzeitig zu erkennen und richtig zu bewerten.

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SPC liefert Transparenz 

SPC schafft Transparenz über die Qualität von Fertigungsprozessen. Regelkarten, Fähigkeitsanalysen und statistische Kennzahlen helfen dabei, Prozessabweichungen frühzeitig sichtbar zu machen und die Prozessstabilität kontinuierlich zu verbessern. 

 

Weshalb stoßen klassische SPC-Analysen an Grenzen? 

Klassische SPC-Analysen stoßen an Grenzen, weil Qualitätsverantwortliche nicht jede Regelkarte und jede Fähigkeitsanalyse manuell prüfen können. Ein Qualitätsleiter kann unmöglich täglich alle verfügbaren Qualitätsdaten im Detail auswerten. Gleichzeitig liefern einzelne Kennzahlen wie Cp oder Cpk nur einen begrenzten Blick auf die Gesamtsituation.

Dadurch bleiben kritische Entwicklungen häufig länger unentdeckt als notwendig: Prozessfähigkeiten verschlechtern sich häufig schleichend. Einzelne Maschinen entwickeln Auffälligkeiten, Regelkartenverletzungen häufen sich und Qualitätsrisiken entstehen zunächst unbemerkt. Je größer die Fertigung wird, desto höher wird der Aufwand für die manuelle Überwachung.

Wie schafft eine automatische Prozessanalyse den Überblick? 

Eine automatische Prozessanalyse schafft Überblick, indem sie Qualitätsdaten über alle Prozesse hinweg zusammenführt und zentral bewertet. Statt einzelne Merkmale isoliert zu betrachten, werden vorhandene SPC-Daten automatisch aggregiert und in einer zentralen Übersicht dargestellt.

Dadurch werden relevante Qualitätsinformationen zentral zusammengeführt und übersichtlich dargestellt:

  • Prozessfähigkeiten
  • Regelkartenereignisse
  • Qualitätskennzahlen
  • kritische Prozesse und Trends

Der Fokus verschiebt sich von der Datensammlung hin zur gezielten Bewertung der aktuellen Qualitätslage.

Vom Messwert zum Überblick: SPC und APA im Einsatz

SPC-Software zur Überwachung von Produktionsprozessen
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Vom Einzelmerkmal zur Gesamtsicht 

Während klassische SPC-Auswertungen einzelne Merkmale oder Prozesse betrachten, ermöglicht eine automatische Prozessanalyse den übergreifenden Blick auf die gesamte Fertigung. Dadurch lassen sich Zusammenhänge schneller erkennen und Prioritäten gezielter setzen. 

 

Wie lassen sich Qualitätsrisiken früher erkennen? 

Qualitätsrisiken lassen sich früher erkennen, wenn kritische Entwicklungen automatisch sichtbar gemacht werden. Werden definierte Zielwerte unterschritten oder häufen sich Auffälligkeiten, können diese automatisch hervorgehoben werden.

Dadurch entsteht ein Frühwarnsystem für die Fertigung. Anstatt aktiv nach Problemen suchen zu müssen, werden kritische Entwicklungen unmittelbar sichtbar. Qualitätsverantwortliche können schneller reagieren und geeignete Maßnahmen einleiten. Das reduziert den Analyseaufwand und unterstützt eine proaktive Qualitätssteuerung

Qualitätsprobleme früh erkennen und Reklamationen vermeiden

Mehr dazu im Produktdatenblatt Reklamationsmanagement
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Praxis-Tipp

Je früher kritische Trends erkannt werden, desto geringer sind in der Regel die Folgekosten. Deshalb lohnt es sich, Qualitätsdaten nicht nur zu erfassen, sondern auch kontinuierlich und übergreifend auszuwerten. 

Warum ist der direkte Weg zur Ursachenanalyse entscheidend? 

Der direkte Weg zur Ursachenanalyse ist entscheidend, weil auffällige Kennzahlen allein noch keine Verbesserung bewirken. Sobald kritische Entwicklungen erkannt werden, müssen deren Ursachen schnell identifiziert werden können.

Moderne Analysewerkzeuge ermöglichen deshalb den direkten Wechsel in:

  • Regelkarten
  • Fehlersammelkarten
  • Detailanalysen einzelner Merkmale

Damit wird aus einer auffälligen Kennzahl unmittelbar ein konkreter Analyseansatz. Der Wechsel vom Gesamtüberblick zur Detailanalyse erfolgt ohne aufwendige Recherche oder manuelle Filterung von Daten.

 

Fazit: Qualitätsdaten gezielt für Entscheidungen nutzen 

 

SPC liefert die Grundlage für stabile und beherrschte Fertigungsprozesse. Mit steigender Datenmenge wächst jedoch die Herausforderung, Auffälligkeiten rechtzeitig zu erkennen und richtig zu bewerten. 

Eine automatische Prozessanalyse unterstützt dabei, Qualitätsdaten übergreifend auszuwerten, kritische Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen und direkt zur Ursachenanalyse zu gelangen. So wird aus der reinen Datenerfassung ein wirksames Instrument zur Steuerung und kontinuierlichen Verbesserung von Fertigungsprozessen. Qualitätsdaten schaffen damit nicht nur Transparenz, sondern unterstützen Unternehmen dabei, fundierte Entscheidungen schneller und gezielter zu treffen. 

 

 

Noch Fragen?

Andere fragten sich..
  • Eine automatische Prozessanalyse wertet vorhandene SPC-Daten systematisch aus und stellt Qualitätskennzahlen, Prozessfähigkeiten und Auffälligkeiten in einer zentralen Übersicht dar.
  • Sie reduziert den manuellen Analyseaufwand, schafft einen schnellen Überblick über die Qualitätslage und hilft dabei, kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
  • Ein normkonformes Dokument, das alle qualitätsrelevanten Maßnahmen entlang des Produktionsprozesses beschreibt.
  • Vor allem Unternehmen mit vielen Prüfplänen, Qualitätsmerkmalen, Maschinen oder Produktionslinien profitieren von einer automatisierten Auswertung ihrer Qualitätsdaten.
  • SPC liefert die notwendigen Qualitätsdaten und Analysen auf Merkmalsebene. Die automatische Prozessanalyse verdichtet diese Informationen und unterstützt die übergreifende Bewertung der gesamten Fertigungsqualität. 
  • Häufig werden Prozessfähigkeiten wie Cp, Cpk, Pp und Ppk sowie Regelkartenereignisse, Trends und weitere Qualitätskennzahlen analysiert. 

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