MIT DEM RICHTIGEN CAQ-KONZEPT DEN OEM ÜBERZEUGEN

STEIGENDE PROZESSQUALITÄT VON WARENEINGANG BIS REKLAMATIONSMANAGEMENT

Mehrere Gummidichtungen hintereinander die eingesetzt wurden.Als Zulieferer für die Automobilbranche zählt für die ELDISY GmbH, dem Entwickler und Produzenten von Karrosseriedichtsystemen, vor allem eines: kompromisslose Qualität. Die wirtschaftliche Umsetzung dieses Ziels ist bei den geringen Margen und den gleichzeitig steigenden Anforderungen durch den OEM nicht immer einfach. Für ELDISY spielt die Schlüsselrolle zur Zielerreichung ein CAQ-System, das sich wie ein roter Faden vom Wareneingang bis hin zum Reklamationsmanagement durch die Prozesse zieht. Die damit erreichte Effizienz und Transparenz gaben nach kurzer Zeit bereits den Anstoß zum weiteren Ausbau des CAQ-Systems.

Jeder PKW hat sie, doch die wenigstens Autofahrer nehmen sie wahr: Gummidichtungen. Ihre Leistung geht mittlerweile weit über die rein funktionale Aufgabe, nämlich den Fahrzeuginnenraum gegen Feuchtigkeit und Fahrtwind abzudichten, hinaus: Dichtsysteme beeinflussen in erheblichem Maße auch das Gesamtbild des Fahrzeugs. Dementsprechend hoch sind die Forderungen des OEM an Design, Funktion und Haptik der Dichtung.

Spezialist für Karosseriedichtsysteme mit besonderem Anspruch ist die ELDISY GmbH mit Hauptsitz in Gardelegen, Sachsen-Anhalt. Neben der dort ansässigen Fertigung, besitzt ELDISY zwei weitere Produktionswerke in Polen und der Slowakei. Vertrieb und Entwicklung sind am Standort Heimsheim konzentriert. Seit 2000 steht der Firmenname als Abkürzung für ELastomer-DIcht-Systeme und ist somit Synonym für den Kern des Betätigungsfelds: Entwicklung und Herstellung von dichtenden Gummi- und Kunststoffsystemen für Automobile. Darunter Türdichtungen, Fensterführungen,  Kantenschutz, Säulen- und Blendenabdeckungen sowie Dichtungen für Cabrio-Dachmodule. Als innovativer Technologiepartner für komplexe Kunststoff- und Elastomerelemente hat sich ELDISY bei allen großen Fahrzeugherstellern in Deutschland einen Namen gemacht: Porsche, BMW, Audi, Volkswagen.

Für ELDISY gelten somit nicht nur die strengen Anforderungen der Automobilnormen ISO/TS 16949 und VDA, sondern zusätzlich auch die individuellen Forderungen des jeweiligen OEM. Um die erfüllen zu können, verpflichtet sich ELDISY mit seinen rund 1.000 Mitarbeitern nicht nur zur ständigen Weiterentwicklung der Produkte sondern vor allem auch zur ständigen Weiterentwicklung seiner Prozessqualität.

WENN DIE SELBSTPROGRAMMIERTE LÖSUNG AN DIE GRENZEN STÖSST

Mit den steigenden Anforderungen an die Produkt- und Prozessqualität, ist auch das Qualitätsmanagement bei ELDISY kontinuierlich gewachsen. Bis 2014 bildete eine individuell programmierte Access-Lösung im Zusammenspiel mit weiteren Office-Anwendungen die Basis für das Qualitätsmanagement. Es zeigte sich jedoch, dass diese Lösung zu umfangreich und intransparent wurde: Die Weiterentwicklung der Access-Datenbank war immer an den programmierenden Mitarbeiter gebunden. Für die mit Office erstellten Dokumente gab es kein klares Rechte-Konzept, das die Dateien vor ungewollten Änderungen schützen würde. Zudem  war auch das funktionale Potenzial der Access-Lösung ausgereizt. So konnten beispielsweise die zwei Produktionswerke in der Slowakei und in Polen nicht eingebunden werden, da die unterschiedlichen Zeichensätze in den Datenbanken kollidierten. Die einzelnen Bestandteile der Access-Lösung waren zwar teilweise untereinander vernetzt, erlaubten aber keine prozessorientierte Durchgängigkeit, wie etwa die Übergabe von Produktmerkmalen aus der FMEA in die Prüfpläne. Die wachsenden Anforderungen des OEM und die eigenen Ansprüche an die Prozesstransparenz waren nur noch mit erheblichem Aufwand umzusetzen.

EFFIZIENZ, TRANSPARENZ UND OEM-VERTRAUEN DURCH CAQ

ELDISY traf umgehend eine Entscheidung: Die Weiterentwicklung des unternehmensweiten Qualitätsmanagements sollte mit einem professionellen CAQ-System weiter vorangetrieben werden. Dabei verfolgte ELDISY drei übergeordnete Ziele, unabhängig von den zukünftigen Einsatzbereichen der Software.

  1. Vertrauensbasis für den OEM / Schaltzentrale für das Qualitätsmanagement: Das CAQ-System sollte kompromisslos an den spezifischen Automotive-Anforderungen ausgerichtet sein. Es musste so hochgradig flexibel sein, dass die bestehenden und zukünftigen individuellen OEM-Anforderungen umsetzbar sind. Gesucht wurde ein etabliertes System, dass durch seine Leistungsfähigkeit und Reputation alle Diskussionen auf Seiten des OEM verstummen lässt und die Ernsthaftigkeit des ELDISY-Qualitätsmanagements beweist.
  2. Fundierte Kennzahlen  für die Entscheider: Informationen mussten bisher über einzelne „Informationsinseln“ zusammengetragen und zeitaufwendig aufbereitet werden. Es war eine Lösung gefordert, die Qualitätsdaten nicht nur erfasst, sondern zusammenführt, immer weiter verdichtet und so die Grundlage zu einer noch weiteren Qualitätsverbesserung und Fehlervermeidung legt. Auswertungen und Kennzahlen sollten sofort verfügbar und vor allem jederzeit belastbar und nachvollziehbar sein.
  3. Entlastung für die Mitarbeiter: Für ELDISY beginnt die Wertschöpfung mit jedem einzelnen Mitarbeiter. Sein sorgfältiges und verantwortungsvolles Handeln sichert die Qualität und den Erfolg. Damit das möglich ist, müssen sich die Mitarbeiter vollständig auf ihre Aufgaben konzentrieren können. Dabei sollte das neue CAQ-System einen Rahmen für diese Aufgaben bilden und den Mitarbeiter verlässlich durch seinen Prozess führen.

SCHNELLE ENTSCHEIDUNG IM CAQ-AUSWAHLPROZESS

Im März 2014 fiel die Entscheidung zur Anschaffung eines CAQ-Systems, im Sommer des gleichen Jahres wurden bereits die ersten Module installiert: ELDISY hatte sich nach einer extrem kurzen Auswahlphase für das CAQ-System CASQ-it der Böhme & Weihs Systemtechnik GmbH & Co. KG entschieden.

Mitglieder des CAQ-Auswahlteams konnten bereits auf praktische Erfahrungen mit CASQ-it zurückgreifen. Sie wussten, dass CASQ-it ein etabliertes  und zugleich einfach zu bedienendes System ist, dass beim OEM oftmals Anlass für einen Vorschuss an Vertrauen ist. Die Leistungsfähigkeit und Prozessorientierung der CAQ-Lösung stand außer Frage.

Zudem bestätigte die langjährige Erfahrung des ELDISY Mutterkonzerns die Entscheidung: Seit Jahren ist bei dem Wuppertaler Automobilzulieferer Vorwerk Autotec die CAQ-Lösung CASQ-it fest im Qualitätsmanagement verwurzelt.

Im ersten Implementierungsschritt entschied sich ELDISY für fünf Module der CASQ-it-Familie:

  •     WEP: für die Qualitätssicherung im Beschaffungsprozess und das Lieferantenmanagement
  •     FMEA: für das präventive Aufdecken von Produkt- und Prozessschwachstellen
  •     CPL: als Control Plan für die vollständige Übersicht aller geplanten Qualitätsprüfungen
  •     PPAP: für Bemusterungen sowie die Produktionsprozess- und Produktfreigabe
  •     RUF: für die Fehleranalyse und das Reklamationsmanagement

FEHLER VERMEIDEN, PROZESSE VEREINFACHEN, EFFIZIENZ STEIGERN

Dabei zeigte sich der erste Nutzen für ELDISY bereits bevor die Module in den Echtbetrieb gingen:

Die klare Systematik in CASQ-it FMEA führte bei ELDISY zu einem vollständigen Überdenken der bisherigen FMEA-Strukturen. Gemeinsam erarbeiteten die FMEA-Teams Vorlagen, die heute die individuelle ELDISY Arbeitsweise abbilden. So entstand eine umfassende Bibliothek, die das Unternehmenswissen zur vorausschauenden Fehlervermeidung in Familien-FMEA bündelt. Sie müssen, abhängig vom Bauteil oder dem Prozess, nur noch minimal spezifiziert werden. Ein klares Konzept zur Versionierung erlaubt es alle Änderungen zu verfolgen und nachvollziehbar zu archivieren. Gleichzeitig schützen die personenbezogenen Rechte die FMEA vor unbefugten Änderungen.

Mit dem Control Plan koordiniert ELDISY alle qualitätssichernden Prüfungen und zwar basierenden auf den zu überwachenden Merkmale aus der FMEA. Seitdem der Control Plan im aktiven  Einsatz ist, wachsen auch hier Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Der Aufbau des CASQ-it Control Plans sorgt heute für eine saubere, einheitliche und vollständige Beschreibung aller Prüfdetails – ein Ergebnis, das auch beim OEM keinen Anlass zu Fragen gibt. ELDISY sichert damit eine durchgängige und vorausschauende Fehlervermeidung, reduziert Fehler in der Prüfplanung und schafft für den Werker außerdem ganz neue Arbeitsbedingungen bei seinen Qualitätsprüfungen.

Im Wareneingang gelingt das ganz besonders durch das eng vernetzte Zusammenspiel von ERP- und CAQ-System: Sobald ein Artikel im ERP-System gebucht wird, wählt die CAQ-Software anhand der Artikelinformationen selbstständig den passenden Prüfplan aus, legt einen Prüfauftrag an und führt den Mitarbeiter durch die Prüfung. Danach meldet das CAQ-System die freigegebene Menge an das ERP System zurück und dokumentiert Prüfergebnisse und Verwendungsentscheid. Für die Mitarbeiter im Wareneingang geschieht das völlig unbemerkt. Für sie steht einfach nur der richtige Prüfauftrag zum richtigen Zeitpunkt im CAQ-System bereit, inklusive aller dazugehörigen Informationen. Für die Mitarbeiter eine enorme Entlastung, durch die sie sich wieder ausschließlich auf ihre eigentliche Arbeit, nämlich die Wareneingangsprüfungen konzentrieren können.

8D-REPORT LIEFERT KENNZAHLEN ZUR PROZESSOPTIMIERUNG

Die im CAQ-Auswahlprozess geforderte „Transparenz“ zeigt sich heute vor allem im Bereich Reklamationsmanagement und Fehleranalyse. Für ELDISY enorm wichtig, denn die Margen in der Extrusionsverarbeitung sind klein. Fehlerursachen müssen also schnellstmöglich aufgedeckt und abgestellt werden, um Fehlerfolgekosten zu verhindern. Doch nicht immer ist die Fehlerursache schnell zu finden, denn die Produkte sind weit mehr als nur eine schlichte Gummidichtung. Oftmals bestehen sie aus mehreren Komponenten, etwa mit integrierten Klammern oder aus mehreren miteinander verbundenen Profilen. Je diffiziler ein Produkt, desto aufwendiger die Fehleranalyse.

Seit jeher nutzt ELDISY die Systematik des 8D-Reports, um Sofortmaßnahmen zu ergreifen, Fehlerursachen zu finden und mit Abstellmaßnahmen dauerhaft gegenzusteuern. Es war den eher eingeschränkten Anwendungsmöglichkeiten der Access-Lösung geschuldet, dass der Fokus vor allem auf dem Maßnahmenmanagement lag. Das Potenzial der erfassten Daten zur systematischen Prozessoptimierung anhand von Kennzahlen blieb oftmals ungenutzt. Denn es war zeitaufwendig die Daten erst alle manuell zusammenzutragen und dann entsprechend aufzubereiten.

CASQ-it führt heute das 8D-Team durch den Analyseprozess bis hin zum vollständig ausgefüllten 8D-Report. Vordefinierte Kataloge helfen den Mitarbeitern bei der einheitlichen Dokumentation von Fehlerursachen und Verursachern, Verantwortlichkeiten sind klar definiert und Pflichtfelder, ohne die ein Report nicht abgeschlossen werden darf,  sorgen für eine vollständige Datenerfassung. Das sind wesentliche Punkte, um nicht nur die Durchlaufzeiten zu verringern, sondern auch um eine vollständige und klar strukturierte Datenbasis aufzubauen.

Genau hier sieht ELDISY nämlich das größte, bisher nicht vollständig genutzte Verbesserungspotenzial: Statt sich bei der Analyse von Fehlerursachen oder der Definition von Maßnahmen auf eine eingeschränkte Excelauswertung zu stützen, verlassen sich die Mitarbeiter heute auf die dynamischen Detailanalysen in CASQ-it. Jeden  Monat zeigen Auswertungen die „Hard Facts“ im ELDISY- Reklamationsmanagement. Unabhängig von diesem offiziellen Turnus, greifen die Mitarbeiter jederzeit hochflexibel und entsprechend des eigenen Informationsbedarfs auf die Auswertungen zu.

DANK CAQ MIT NEUEM SELBSTBEWUSSTSEIN INS AUDIT

Die CAQ-Lösung ist bei ELDISY noch kein volles Jahr im Einsatz, doch schon jetzt bestätigt sich für das Unternehmen die Entscheidung für die Böhme & Weihs Systemtechnik. Straffere Prozesse, freie Ressourcen und insgesamt effizientere Abläufe überzeugen das Unternehmen.

Mit der neuen Transparenz und absoluten Datenverfügbarkeit will ELDISY nun auch bei ersten Kundenaudits seit der CAQ-Einführung überzeugen. Hier wird sich zeigen, wie eng das CAQ-System in die einzelnen Prozessschritte eingebettet ist und das dadurch kein Mitarbeiter daran vorbeikommt, die definierten Standardabläufe zur Qualitätssicherung einzuhalten.

Und ELDISY setzt seinen Weg hin zu maximaler Produkt- und Prozessqualität weiter fort: Nachdem sich das CAQ-System am Standort Gardelegen in kürzester Zeit bewiesen hat, soll die Anbindung der beiden Produktionswerke in der Slowakei sowie Polen für unternehmensweite Transparenz sorgen. Ein Ausbau der modularen CASQ- it  Welt wird ebenso bereits intensiv diskutiert.