CAQ-SYSTEM PERFEKT IN SAP INTEGRIERT

Kabelführungen der Firma ART HockenheimCAQ mit zertifizierter SAP-Integration, nachträglich eingeführter Mandantenfähigkeit innerhalb einer außergewöhnlichen Server-Architektur – die ART-Gruppe aus Hockenheim hat mit Böhme & Weihs einen Lösungspartner, der die hohen Anforderungen zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. In enger Zusammenarbeit mit dem CAQ-Anbieter entstand bei ART eine voll integrierte CAQ-Lösung, die zu maßgeblichen Qualitätsverbesserungen und Effizienzsteigerungen führte.

Die ART-Gruppe ist Hersteller von Verkabelungssystemen, Gehäusetechnik, Steuerungs- und Schaltschränken sowie Mechatronik-Systemen. Sie ist damit Partner führender Industrieunternehmen unterschiedlichster Branchen. ART bietet maßgeschneiderte Lösungen an – in Einzel- oder Serienfertigung je nach den jeweiligen Kundenanforderungen. Da die Produkte von ART meist in systemkritischen Bereichen verwendet werden, setzen die Kunden einen hohen Qualitätsstandard voraus. So benötigt ART für die stetig steigenden internen und externen Ansprüche eine außergewöhnlich leistungsstarke Organisation. Dies wurde 2012 mit der Einführung des CAQ-Systems CASQ-it der Böhme & Weihs Systemtechnik GmbH und Co. KG erreicht.

Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 550 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Jahresumsatz von 60 Mio. €. Das polnische Werk ART-Plakowice, das sich seit seiner Gründung in 1995 zu einem wichtigen Produktionsstandort entwickelt hat, liefert direkt nach Hockenheim. Für den reibungslosen Ablauf in der Wareneingangsprüfung und dem Reklamationsmanagement zwischen den beiden Standorten, war für das Qualitätsmanagement die Anbindung von ART-Plakowice an das CAQ-System in Hockenheim daher ein maßgeblicher Bestandteil der Qualitätspolitik innerhalb der ART Gruppe.

ZWEI AUSWAHLVERFAHREN FÜHRTEN ZUM GLEICHEN ERGEBNIS: BÖHME & WEIHS

ART setzte vor CASQ-it seit Ende der 90er Jahre die CAQ-Lösung eines Anbieters ein, mit dem lediglich das Reklamationsmanagement abgedeckt wurde. Viele qualitätsrelevante Vorgänge außerhalb des Reklamationsmanagements mussten dabei per Hand in Microsoft Word und Excel dokumentiert werden, eine Verbindung mit SAP war nicht möglich. Die Durchführung kostete entsprechend viel Zeit, und es konnten sich Übertragungsfehler einschleichen. Für den damaligen Qualitätsbeauftragten war bereits im Jahr 2008 klar, dass ein leistungsfähigeres CAQ-System eingeführt werden musste. Die unbedingte Anforderung war, dass es sich direkt in SAP-Prozesse eingliedern lässt.

Bereits bei der ursprünglichen Recherche fiel die Wahl auf Böhme & Weihs. Bevor jedoch das Projekt endgültig in Angriff genommen werden konnte, bekam die Unternehmensgruppe in den Jahren 2008 und 2009 wie viele Unternehmen die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise zu spüren. In der Folge wurde zur Sicherheit ein Großteil der Neuinvestitionen zunächst auf Eis gelegt. Als 2012 Waldemar Surauf die Leitung des Qualitätsmanagements in Hockenheim übernahm, stand das Budget für größer angelegte Investitionen wieder bereit. Auch für ihn war klar, dass die CAQ-Lösung von vor 2000 nicht mehr den Ansprüchen an zeitgemäße Vernetzung und Industrie 4.0 genügte.

Ohne sich von den Bestrebungen seines Vorgängers beeinflussen zu lassen, machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Lösungspartner – und kam zum selben Ergebnis: Böhme & Weihs. Ausschlaggebend für beide Qualitätsverantwortliche war vor allem die hohe Beratungskompetenz und die zertifizierte SAP-Schnittstelle CASQ-it Connect for SAP, die ohne Zuhilfenahme von Drittanbietern von Böhme & Weihs projektiert und geliefert wird.

START MIT VIER MODULEN

ART nutzt seit Beginn der Zusammenarbeit mit Böhme & Weihs vier CASQ-it-Module: WEP für die Wareneingangsprüfung, RUF für das Reklamationsmanagement, PPAP für Produktionsprozess- und Produktfreigaben sowie PMM für das Prüfmittelmanagement. Die Anbindung an SAP erfolgte über CASQ-it Connect for SAP. Für ART ist damit der Zugriff auf alle relevanten Stammdaten wie Kreditoren und Debitoren sowie Bewegungsdaten wie Wareneingänge und Warenausgänge gesichert. Für ART bedeutet dies eine enorme Zeitersparnis und eine hohe Datenqualität. Mit ca. 70.000 Wareneingangsprüfungen pro Jahr, Tendenz steigend, ist WEP für ART das wichtigste Modul, um selbst bei hoher Auslastung die Qualitätsansprüche der Kunden restlos zu erfüllen. Derzeit arbeiten in allen vier Modulen insgesamt 20 Mitarbeiter mit dem CAQ-System.

Zu Beginn des Projekts stand im Raum, ob die von ART verwendete Thin-Client-Lösung Citrix XenApp für den CASQ-it Browser Q-Studio Komplikationen verursachen könnte. Durch die gute Kommunikation zwischen Böhme & Weihs und der IT-Abteilung von ART konnten alle Bedenken schnell vom Tisch gefegt werden. Die CAQ-Lösung läuft auch mit dieser außergewöhnlichen Netzwerk-Umgebung verlässlich.

ERWEITERUNGSWERKZEUGE ÜBERZEUGEN QUALITÄTSMANAGER

ART ist begeistert von der einfachen Zugänglichkeit von CASQ-it. Das System erlaubt ihm, nachträglich eigene Workflow Objects (WFO) einzufügen. WFOs sind Schaltflächen, die sich über der Bedienoberfläche anderer Software platzieren lassen und darüber den Zugriff auf andere Programme erlauben, ohne die gewohnte Arbeitsumgebung verlassen zu müssen. Damit kann die CAQ-Lösung jederzeit selbstständig an neue Bedürfnisse und Arbeitsabläufe innerhalb von ART angepasst werden.

So konnte ART selbstständig eine eigenentwickelte Fotobox für die Wareneingangsprüfung in das System integrieren. Der Mitarbeiter scannt nur noch den Wareneingangsschein und legt die entsprechenden Teile in die Box. Diese schießt automatisch ein Foto, das direkt im CASQ-it Prüfplan und in SAP zur Verfügung steht. Zudem nimmt das CASQ-it-Modul WEP dem Mitarbeiter überflüssige Schreibarbeit ab, indem es die Daten vom Handscanner der Wareneingangsprüfung direkt in die WEP-Formularfelder einfügt.

Um umfangreiche und zeitaufwendige Mitarbeiterschulungen zu vermeiden, wurden die Arbeitsabläufe im Reklamationsfall vereinfacht. Der betroffene Produktionsverantwortliche erhält nur noch eine E-Mail an seinen Arbeitsplatz, mit einem Button, der ihn zu dem richtigen Reklamationsvorgang führt. Dort trägt er die von ihm benötigten Angaben zur Reklamationsabwicklung ein – eine tiefergehende Schulung und erweitertes Systemverständnis waren daher nicht notwendig.

STANDORTÜBERGREIFENDES QUALITÄTSMANAGEMENT

Bereits zu Beginn der Partnerschaft mit Böhme & Weihs war die Möglichkeit, mehrere Standorte mit unterschiedlichen Zugriffsrechten an das CAQ-System anzuschließen, ein ausschlaggebendes Kriterium.

Diese als Mandantenfähigkeit bezeichnete Funktion erlaubt die werksübergreifende Zusammenarbeit zwischen ART-Hockenheim und ART-Plakowice. Nachdem sich nämlich CASQ-it für zwei Jahre am ART-Hauptsitz bewährt hatte, folgte die Integration des polnischen Standortes.
Das war notwendig, da durch die Verlagerung von Fertigungsprozessen nach Polen der Zukaufanteil von Komponenten am Standort Plakowice sprunghaft anstieg. Daher wurde mit dem Anspruch an die gleichbleibend hohe Anlieferqualität, das Modul WEP auch in Polen aktiv geschaltet. Dabei nutzte ART die Vorteile der Mandantenfähigkeit, durch die sich Informationen im CAQ-System mehrsprachig und an beiden Standorten zugleich nutzen ließen. Wobei die Freigabe und Steuerung der Inhalte zentral durch Hockenheim erfolgt. So konnte der Standort in Polen ohne aufwändige Prüfplanerstellung unmittelbar mit der Wareneingangsprüfung arbeiten. Dadurch ist sichergestellt, dass alle Waren nach den einheitlichen Qualitätsvorgaben geprüft werden und Vorgaben nicht standortabhängig verändert werden.

Hierbei ermöglicht die CAQ-Lösung von Böhme & Weihs, dass Mitarbeiter verschiedener Standorte gleichzeitig über CASQ-it an einem SAP-Datensatz arbeiten, ohne, dass dieser gleichzeitig mit widersprüchlichen Daten aus unterschiedlichen Quellen gefüttert wird.

Durch die Just-in-Time-Logistik war für ART aufgrund der Teilemenge und des Zeitdrucks eine 100%-Prüfung der aus Plakowice angelieferten Komponenten in Hockenheim nicht möglich. Mit CASQ-it ließ sich für alle gefertigten Teile eine vorgelagerte Wareneingangsprüfung am Standort Plakowice realisieren, noch bevor diese das Werk verlassen. Alle in Hockenheim ankommenden Lieferungen aus Polen können somit die Wareneingangsprüfung überspringen.

Grafik Standortübergreifendes Qualitätsmanagement
Beide Standorte nutzen sowohl werksabhängige als auch werksübergreifende Daten.

PRÜFPLÄNE NACH DEM BAUKASTEN-PRINZIP

Die Stärke von ART ist die enge, projektbezogene Zusammenarbeit mit seinen Kunden. Verkabelungen und Schaltschränke entstehen in Serie oder nach individuellen Anforderungen. Dabei greift ART auf hochwertige Bauteile großer Zulieferer zurück. Damit jedoch nicht für jedes Projekt ein komplett neuer Prüfplan erstellt werden muss, hat ART für die verschiedenen Produktgruppen eigene Prüfpläne in der CAQ-Software angelegt. Die Prüfpläne werden jetzt nach dem Baukastenprinzip in CASQ-it automatisch zusammengestellt. So lässt sich jedes Projekt trotz seines einzigartigen Charakters ohne zusätzlichen Zeitaufwand prüfen.

Wenn ART einen neuen Zulieferer in seinen Lieferantenstamm aufnehmen möchte, muss sich dieser zunächst nach ART-Vorgaben für eine Zusammenarbeit qualifizieren. Dabei wird er nach in der CAQ-Software hinterlegten Kriterien wie Standort, Kompetenzen, Normen und Referenzen bewertet. Die Informationen werden nach einem internen Punkteschlüssel in den Lieferantenstamm der WEP eingetragen und fließen später auch in die Lieferantenbewertung ein. Vor Einführung des neuen CAQ-Systems wurden diese Daten nur in Excel-Listen gepflegt.

Gegenüber der Ära des alten CAQ-Systems mit den Excel-Listen prüfen und verwalten die Mitarbeiter heute die dreifache Warenmenge bei gleichem Zeitaufwand. Und die Anzahl der Wareneingangsprüfungen steigt seit Einführung des Systems weiter stetig an. Im Jahr 2018 waren es 64.000 Wareneingangsprüfungen, bis Jahresende wird sich diese Zahl für 2019 voraussichtlich noch erhöhen.

ZUKUNFTSFÄHIGE CAQ-LÖSUNG

Für ART war CASQ-it die richtige Entscheidung. Hohe Datenqualität durch Vermeidung von Übertragungsfehlern, Zeitersparnis durch optimierte Wareneingangsprüfung und daraus resultierend höhere Produktqualität sind das Ergebnis. Damit ist die Optimierung der Qualitätsmanagementprozesse aber noch nicht abgeschlossen. In Zukunft soll alles, was im Rahmen des Qualitätsmanagements noch auf Papier erledigt wird, ebenfalls durch das CAQ-System übernommen werden. Dafür nutzt ART erneut die umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten, die CASQ-it bietet. Zur Vereinfachung der Prüfprozesse im Bereich der Montageprüfungen und der Endkontrolle ist zudem die Einführung des Moduls CASQ-it ZP für die Zwischenprüfung geplant. Dank der flexiblen Modulgestaltung und den Kombinationsmöglichkeiten aus individuellen und Familien-Prüfplänen sieht sich ART hierbei bestens gerüstet. Die Mitarbeiter bei ART können sich auf ihre CAQ-Software und ihr engagiertes Qualitätsmanagement verlassen.